Kulturfahrt nach Nemmersdorf

Kulturfahrt nach Nemmersdorf – eine frühchristliche fränkische Gemeinde am Rande des Fichtelgebirges

Unsere Kulturfahrt führte uns am 3. September 2019 nach Norden, an der Naab entlang, über den Steinwald der Oberpfalz ins oberfränkische Nemmersdorf am Rande des Fichtelgebirges.

Der Ort blickt auf eine lange Tradition zurück, war ursprünglich slavischen Ursprungs und wurde 1149 urkundlich erwähnt in einem Gebietsrechtsstreit – es bezeugte der edelfreie Freiericus von Nedemarestorf. In der Nähe eine alte Wallfahrtsstätte St. Jobst, gegründet schon im 8.JH., die dann 1510 in ein Kloster erweitert wurde. Es war wahrscheinlich das „kürzeste Klosterleben der Welt“, denn schon mit der Reformation wurde es wieder aufgelöst – eigenhändig von Martin Luther – so sagt man sich zumindest. Unsere Reisegruppe musste sich auf der Autobahn viele historische und lustige Geschichten aus der Ortsgeschichte von Nemmersdorf anhören - es gibt viel Geschichte und Sagenhaftes aus meinem Heimatdorf.

Angekommen auf dem Dorfplatz mit einer 450-jährigen Tanzlinde mussten wir den Aufstieg zur Kirchenburg meistern. Dort wurden wir dann von 2 Pfarrern empfangen: Pfr. Gerhard Fellner i.R. der von 1969-2004 Pfarrer hier war und der uns durch die Kirche führte und Pfr. Weigel, der seit 2012 die Pfarrstelle in Nemmerdorf führt.

Bereits im 14.JH wurde der Ost-Turm auf Bruchsteinbasis gebaut. Ein 2. Turm wurde notwendig, da die Glocken im „vorderen Dorfteil“ nicht gut hörbar waren – das Glockenhaus zog um, der alte Turm blieb erhalten und beherbergt heute die Sakristei.

Im Inneren ist die Kirche heute im Stil des Rokoko ausgestattet, stark geprägt von den Markgrafen zu Bayreuth – der Markgraf Friedrich hat sein „F“ an der Orgel verewigt.

Gerhard Fellner hat uns alle historischen und baugeschichtlichen Details sehr anschaulich vermittelt – wir bekamen auch eine Kopie seines Kirchenführers – handgeschrieben!

Nach dem Rückweg über das alte Schloss und die „Schlossbruck“ konnten wir dann zu unserem Gasthof in Untersteinach fahren – in die „Linde“. Es war gar nicht so einfach, ein Lokal zu finden, denn in der ersten Woche nach den Bayreuther Festspielen haben ALLE Restaurationen im Bayreuther Raum ihren Jahresurlaub. Wir hatten 4 typische fränkische Braten zur Auswahl und konnten uns stärken – es hat sehr lecker geschmeckt.

Leicht verspätet erreichten wir dann den Goldberg in der Nachbarschaft, wo wir schon erwartet wurden. Wir teilten uns in eine geführte Bergwerks-Führung und eine Goldmuseums-Führung – später haben wir dann getauscht.

Der Museumsdirektor in Goldkronach hat uns sehr spannend den Goldbergbau in der Umgebung näher gebracht und natürlich den Einfluss von Alexander von Humboldt herausgearbeitet. Dieses Jahr wird ja der 250te Geburtstag von Alexander von Humboldt gefeiert. Zu Beginn seiner Karriere hat er doch tatsächlich 5 Jahre in Goldkronach gelebt und im Auftrag des preußischen Königs den Goldbergbau modernisiert.

Den engen und nassen „Glück-Auf“-Stollen konnten wir dann erkunden und die Pickelspuren bewundern, hier wurde das Quarzgestein per Hand unter großen Schwierigkeiten herausgehauen.

Den gemütlichen Ausklang unserer schönen Reise feierten wir dann im Schloss zu Goldkronach bei Kaffee und Kuchen. Der Rosengarten war ein besonderer Augenschmaus.

Zurück in Regensburg bleiben uns wunderbare Erlebnisse bei Kaiserwetter.




Veröffentlicht in der Kategorie   Alle Meldungen,   Allgemein am   17.11.2019